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Kampffische |
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Ordnung: Barschartige (Perciformes) Die Kampffische (Betta) stellen eine Gattung kleinbleibender Süßwasserfische innerhalb der Familie der Fadenfische (Osphronemidae), deren größte Art, Betta unimaculata eine Gesamtlänge von 160 mm nicht überschreitet. Wie alle Labyrinthfische verfügen die Arten der Gattung Betta über ein Labyrinthorgan zur Aufnahme von atmosphärischem Sauerstoff, welches ihnen ermöglicht auch enorm sauerstoffarme Süßgewässer zu besiedeln (z.B. in Reisanbaugebieten in Südostasien). Dafür entnehmen sie Atemluft aus der Wasseroberfläche und pressen es mithilfe dieses Organs durch die Kiemen. Alle Arten ernähren sich vorwiegend von kleinen Wasserinsekten und Weichtieren und betreiben Brutpflege. Einige Kampffische zeichnen sich durch eine ausgesprochene Farbenpracht insbesondere der Männchen aus und erfreuen sich deshalb großer Beliebtheit als Aquarienfische, zumal diese Arten meist nur geringe Ansprüche an die Haltungsbedingungen stellen und deshalb auch einem Anfänger in der Aquaristik empfohlen werden können. Um den Überblick über die große Gattung zu erleichtern, gruppiert man einander ähnliche Arten in Formenkreisen. Allgemeines zur Gattung Betta Ihren Trivialnamen verdanken die Kampffische der thailändischen Tradition, Männchen einiger Arten (Betta splendens, Betta imbellis, Betta smaragdina und Hybride daraus) für Fischkämpfe einzusetzen, die sich bis heute großer Beliebtheit erfreuen. Insbesondere der von Natur aus mit einem hohen Aggressionspotential ausgestattete siamesische Kampffisch (Betta splendens) wurde für die Pflege dieser Tradition domestiziert. Als Ergebnis haben sich spezielle Zuchtformen herausgebildet, während die beiden anderen o.g. Arten nur gelegentlich bzw. regional zu Kampfzwecken verwendet wurden. "Nebenprodukt" dieser Domestikation ist der Schleierkampffisch, der sich durch die gezielte Weiterzucht weltweit als Aquarienfisch etabliert hat und ebenfalls verschiedene Zuchtformen in seiner Art aufweist; Experten unterscheiden hierbei besonders die Schwanzflosse nach Form und Größe. Bemerkenswert ist, dass die Männchen sich untereinander in der Tat bis zum Tode bekämpfen. Zu den Weibchen sind die männlichen Kampffische zurückhaltender. Ebenso sind die Weibchen untereinander weniger bis kaum aggressiv, weswegen es dem Aquarianer möglich ist mehrere Weibchen zu vergesellschaften. Eine Haremshaltung von einem Männchen mir mehreren Weibchen ist jedoch Tierquälerei, da Betta Splendens Dauerlaicher sind und das Männchen die Weibchen nach der Paarung aggresiv verscheucht. Am meisten Freude hat man an der Einzelhaltung von einem Männchen mit friedlichen, ruhigen und nicht flossenzupfenden Fischen wie z.B. Neons. Leider täuscht der deutsche Name Kampffische darüber hinweg, dass nur wenige Arten der Gattung Betta tatsächlich von Natur aus ein derart bezeichnendes Aggressionsverhalten zeigen. Auch wird oft vergessen, dass die Tiere, die zu Fischkämpfen eingesetzt werden auf Angriffslust selektiert wurden und damit kein Paradebeispiel für die vielen naturbelassenen Arten innerhalb der Gattung abgeben. Der wissenschaftliche Gattungsname Betta leitet sich vom javanesischen Wort "wader bettah" ab und wurde 1878 von Bleeker für die Beschreibung von Betta picta verwendet. In der Natur erreichen insbesondere die kleineren Kampffisch-Arten kein hohes Alter, da sie natürlichen Bedrohungen wie Fressfeinden, Parasitenbefall und Krankheiten unterliegen. Dafür sind Heimzuchten und auch die im künstlich geschaffenen Lebensraum gehaltenen Fische von ihr Körperstruktur etwas kleiner als die der freien Natur entnommenen sog. "Wildfänge". Verbreitungsgebiet Die Gattung ist über große Teile Südostasiens verbreitet und besiedelt sowohl stehende als auch fließende Süßwasserbiotope unterschiedlichster Wasserbeschaffenheit. Das Verbreitungsgebiet der Kampffische erstreckt sich von den Inseln um Bali nach Indonesien (inklusive der Inseln Sumatra, Borneo und Java) über die malaiische Halbinsel nach Laos, Vietnam, Myanmar, Thailand und Kambodscha. Systematik Die Systematik der Anabantoidei im Allgemeinen und damit der Gattung Betta war in den letzten Jahren diversen Veränderungen unterworfen. Die letzte substantielle Arbeit zur Systematik lieferten 2006 Rüber et al. mit folgendem abschließenden Ergebnis, welches von namhaften Organisationen wie der IGL (Internationale Gemeinschaft für Labyrinthfische) anerkannt und angewandt wird: Ordnung: Perciformes (Barschartige) Die Familie der Belontiidae (Bettas), die immer noch gerne genannt wird ist damit revidiert. Fortpflanzungsstrategien Bei den Kampffischen unterscheidet man zwei grundsätzliche Fortpflanzungsstrategien: zum einen die Maulbrutpflege, zum anderen die Brutpflege im Schaumnest. In beiden Fällen kümmert sich primär das Männchen um die Brutpflege, während die Weibchen nur sekundär an der Aufzucht der Jungen beteiligt sind und sich in einigen Fällen um die Verteidigung des Reviers und des brütenden Männchens kümmern. Manche Arten bekämpfen und vertreiben auch das Weibchen nach der Eiablage und Befruchtung; besonders bei der Brutpflege mit einem Schaumnest. Erfahrene Aquarianer setzen in diesem Fall das Weibchen in ein anderes Becken, zum einen um dieses zu schützen, zum anderen um zu verhindern, dass das aufziehende Männchen sein Schaumnest durch zuviele stressende Störungen schließlich selbst zerstört. Brutpflege im Schaumnest Die Strategie der Brutpflege im Schaumnest gilt in der Gattung der Kampffische als die ursprünglichere Fortpflanzungsstrategie. Man findet diese Form der Jungenaufzucht vor allem bei Arten aus stehenden Gewässern. Das bezeichnende Schaumnest ist ein Gebilde aus Luftblasen, die vom Männchen an der Wasseroberfläche aufgenommen, im Maul mit einem speziellen Sekret ummantelt und dann an einer geeigneten Stelle (meist unter Pflanzen an der Wasseroberfläche, seltener in Höhlen) zu einem losen Nest zusammengefügt werden. Je nach Spezies und individuellem Charakter des Männchens kann die Größe des Nests von einigen wenigen Luftblasen bis zu großen Gebilden von mehreren Zentimetern Durchmesser und Höhe reichen. Der Laichvorgang geschieht direkt unter dem fertiggestellten Nest, in welches das Männchen die befruchteten Eier nach jeder einzelnen Paarung verbringt und es so lange bewacht, bis die Jungen geschlüpft sind und frei schwimmen (in den meisten Fällen 3 - 5 Tage). Schaumnestbauende Betta-Arten sind zumeist klein (eine Ausnahme bildet der B.bellica-Formenkreis) und verhältnismäßig intensiv gefärbt, viele Arten bilden zudem irisierende Glanzschuppen aus. Insbesondere zur Laichzeit gebärden sich einige dieser Arten ausgesprochen aggressiv gegenüber Artgenossen. Typische Vertreter der schaumnestbauenden Arten sind: Betta splendens Maulbrutpflege Die Maulbrutpflege gilt im Allgemeinen als Anpassung an ein Leben in Gewässern mit Oberflächenströmung, in denen ein Schaumnest keinen Halt finden würde. Das Männchen nimmt dabei die befruchteten Eier nach der Paarung in sein Maul (häufig lässt sich dabei eine Verhaltensweise namens "Eier vorspucken" beobachten, bei der das Weibchen die Eier nach der Paarung aufsammelt und sie dem Männchen vor das Maul spuckt) und beschützt sie dadurch bis zum Ausschlüpfen und Freischwimmen der Jungen. Die Maulbrutpflege dauert im Normalfall deutlich länger als die Brutpflege im Schaumnest (je nach Art etwa 10 - 20 Tage). Die Maulbrüter stellen in der Gattung Betta die deutlich größere Gruppe. Typische Vertreter der maulbrütenden Arten sind: Betta pugnax Ausnahmen und Übergangsformen Als Übergangsformen zwischen schaumnestbauenden und maulbrütenden Betta gelten in erster Linie die Arten aus dem B. foerschi-Formenkreis. Man nahm ursprünglich an, es würde sich bei B. foerschi um einen schaumnestbauenden Kampffisch handeln, da Körper- und Kopfform darauf schließen lassen - bei näherer Beobachtung stellte sich aber heraus, dass die Art zu den Maulbrütern gezählt werden muss, obgleich sich im Ablaichverhalten viele Parallelen zu schaumnestbauenden Arten abzeichnen. Eine Ausnahme unter den schaumnestbauenden Arten bildet darüber hinaus eine Population von Betta brownorum aus West-Kalimantan. Während alle anderen bekannten Populationen von B. brownorum Schaumnester bauen, betreibt diese Variante Maulbrutpflege. Arten (in Formenkreisen) Akarensis-Formenkreis Betta akarensis Regan, 1910 Albimarginata-Formenkreis Betta albimarginata Kottelat & Ng, 1994 Anabantoides-Formenkreis Betta anabantoides Bleeker, 1851 Bellica-Formenkreis Betta bellica Sauvage, 1884 Coccina-Formenkreis Betta brownorum Witte & Schmidt, 1992 Dimidiata-Formenkreis Betta dimidiata Roberts, 1989 Edithae-Formenkreis Betta edithae Vierke, 1984 Foerschi-Formenkreis Betta foerschi Vierke 1979 Picta-Formenkreis Betta falx Tan & Kottelat 1998 Pugnax-Formenkreis Betta breviobesus Tan & Kottelat 1998 Splendens-Formenkreis Betta imbellis Ladiges, 1975 Unimaculata-Formenkreis Betta compuncta Tan & Ng, 2006 Waseri-Formenkreis Betta chloropharynx Kottelat & Ng, 1994 Dieser Artikel stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar |
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