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Algenbekämpfung ohne Chemie

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Auf die Dauer ist die einzige vernünftige Algenbekämpfung die richtige Beckenpflege von Anfang an und permanent. Schuld an einer Algenplage ist nicht das Schicksal oder der böse Zoohändler, sondern die mangelnde und/oder falsche Pflege des Aquariums.

Folgende Dinge können zu Algen führen und sollten unbedingt beachtet werden:

-zuviel Nährstoffe und damit ist nicht nur das Futter gemeint!
-zuwenig Pflanzen und/oder zuviel Fische
-zu alte und/oder falsche Leuchtstoffröhren
-falscher und/oder zu langer Beleuchtungszeitraum
-zuviel Dünger
-zuwenig Teilwasserwechsel
-direktes Sonnenlicht im Becken
-permanente Sauerstoffzugabe
-zu heller Kies
-zu häufige Filterreinigung
-zuwenig Kies
-zu kleine Becken

Oft ist erst die Kombination von mehreren dieser o.g. Punkte algenfördernd!

1. Verhindere alles, was zu einer Nähr- und Schadstoffüberbelastung führt:

-der Durchschnittsfisch braucht 0,038 Gramm Futter am Tag! Kleine Fische wie der Neon brauchen 0,014 Gramm!! Von Wochenend- oder Ferienfischfutter ist abzuraten. Auch ein Futterautomat ist nur bedingt sinnvoll.

-viel hilft viel - dieser Spruch geht bei der Düngung nach hinten los. Erstmal schaun, was freiwillig wächst. Bei Problemen mit den Pflanzen erstmal analysieren ob es an einem Mangel liegt, der durch Dünger behoben werden muß.

-manchmal liegts auch schon an den Stoffen im Leitungswasser.

-kleine Becken mit logischerweise kleinen Wassermengen vertragen auch nur kleine Mengen an Nähr- und Schadstoffen.

-viele Fische brauchen viel Futter und das führt zu vielen Exkrementen.

-Nähr- und Schadstoffe verschwinden nicht von alleine! Ein regelmäßiger Teilwasserwechsel (in der Regel alle 14 Tage ein Drittel der Wassermenge) ist unerläßlich. Bei starker Belastung muß dies häufiger, u.U. sogar über einen Zeitraum täglich, geschehen.

2. Unterstütze und mobilisiere alles, was auf natürliche Weise Nähr- und Schadstoffe abbaut:

-Schadstoffbekämpfer Nr. 1 ist die Pflanze! Eine üppige Bepflanzung ist die beste Algenvorsorge (zwei Drittel des Bodens sollten begrünt sein).

-permanente Sauerstoffzugabe animiert nicht nur einige Algen im Wachstum sondern bindet auch das für die Pflanzen lebenswichtige Kohlendioxid und treibt es aus dem Wasser.

-wo Düngung notwendig ist, muß gedüngt werden. Manchmal fehlt den Pflanzen eben der eine oder andere Zusatz, damit sie die Nährstoffe abbauen können.

-zuwenig Kies führt unter anderem dazu, daß Pflanzen keinen richtigen Halt finden (5 bis 6 cm sollten mindestens drin sein. Mehr ist auch ok).

-Pflanzen brauchen für ihre Arbeit nicht nur Kohlendioxid sondern auch Licht. Der optimale Durchschnitts-Beleuchtungszeitraum ist von morgens 8.00 Uhr bis abends 20.00 Uhr

-auch die Pflanzen mögen frisches Wasser meist lieber. Teilwasserwechsel!

-Pflanzenpflege ist nicht nur im Garten sinnvoll!!

-eine Pflanze braucht Platz um vernünftig wachsen zu können.

-in Filter, Wasser und Kies leben Bakterien, die Schadstoffe abbauen. Wenn das Becken gereinigt wird, wird jedes Mal ein Teil dieser nützlichen Bakterien entnommen. Übereifer beim Putzen schadet also eher! Ein gut funktionierender Filter ist ein dreckiger Filter. Niemals gleichzeitig Wasserwechsel und Filterreinigung durchführen.

-Viel Kies bietet viel Lebensraum für diese Bakterien

-Ein kompletter Wasserwechsel mit gleichzeitiger Kiesreinigung ist (nicht nur) wegen der zu hohen Bakterienentnahme gefährlich. Wenn möglich sollte man den Komplett-Wasserwechsel gänzlich unterlassen.

-Zugabe von Chemikalien (Medikamenten) ist oft tödlich für die Bakterien.

-Bei Bedarf kann man Filterbakterien kaufen und dem Becken zuführen (Cycle, FB7, Baktozym)

3. Verhindere alles, was zu falscher Beleuchtung führt:

-Nach 6-9 Monaten haben Leuchtstoffröhren 50 - 80 % ihrer Leuchtkraft eingebüßt. Das kann das menschliche Auge nicht wahrnehmen, aber die Pflanzen und vor allem die Algen merken es.

-direktes Sonnenlicht (nicht aber der Einfall von Tageslicht), und seien es nur fünf Minuten täglich, sind garantiert algenfördernd.

-Beleuchtung vor 8.00 Uhr und nach 20.00 Uhr nützt potentiell eher den Algen. Genauso wie für den "Durchschnittsfisch ein Durchschnittsfutterbedarf von 0,038 Gramm pro Tag errechnet wurde, wurde für die Durchschnittspflanze ein optimaler Durchschnittsbeleuchtungszeitraum von 8.00 bis 20.00 Uhr ermittelt. Dies geschah vor der Einführung der Sommer/Winterzeit.

-Beleuchtung länger als 12 Stunden nützt eher den Algen

-Vorsicht mit zu viel Pflanzenlicht!

-dunkler Kies schluckt Licht, heller Kies reflektiert Licht - somit ist mehr Licht im Becken als nötig.

4. Eine Fisch-Putzkolonne ist eine sinnvolle Unterstützung, aber keine Lösung.

Volker Riekenberg

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