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Dekoration im Aquarium

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Und hier ein Grund, der es dem Aquarianer schwer macht, auf die Dauer mit einem kleinen Becken zufrieden zu sein:

Der größte Teil der im Handel befindlichen Wasserpflanzen wird sehr groß bzw. lang. Sie brauchen dann Nährstoffe, die das Becken nicht liefern kann - also muß gedüngt werden. Die geringe Wassermenge kann diese Nährstoffmengen dann wieder nicht auffangen - es kommt zu Algenbildung - die Algen ersticken dann eventuell wieder die Pflanzen. Ein Teufelskreislauf!

Dekomaterialien:

Große Dekostücke vor den Pflanzen ins Becken setzen. Auch die Dekostücke wirken sich in der einen oder anderen Weise aufs Wasser aus. Pauschal kann man folgendes sagen: Wurzeln (Holz-Deko) können u.U. das Wasser ansäuern ( = pH-Wert senken), einige Steine machen das Wasser alkalisch (= pH-Wert heben) und härten das Wasser auf. Ich kann im Übrigen nur davon abraten, solche Methoden zur bewußten Beeinflussung der Wasserwerte zu verwenden.

Ich rate dringend von allen Dekomaterialien ab, die "lustig" oder "gruselig" oder sonstwie bemalt wurden. Ich erlebe es nur zu oft, daß sich diese Farben früher oder später ablösen. Auch diese Deko-Rückwände, die meist einen Teil einer Baumwurzel imitieren sollen, die ins Becken an die Rückwand gestellt werden geben gelegentlich alle Farbe ab: Ein halbes Jahr hat's einmal gedauert bis solch eine Rückwand komplett weiß war. Ich will allerdings nicht ausschließen, daß die Vorreiter auf dem Gebiet dieser Rückwände "Back to Nature" mit ihren super-superteuren Wänden nicht vielleicht eine bessere Qualität liefern, ansonsten wäre der Preis nämlich unangebracht! Die Firmen Hagen, Europet und Aquapet liefern hier -meiner Meinung nach- eher die schlechte Qualität, zumindest was die Kunststoff-Deko angeht.

Dekomaterialien sollten generell so ausgewählt sein, daß sie Fischen, die dies benötigen, einen Unterschlupf bieten und/oder Pflanzen halt bieten, die sich gerne auf solchem Untergrund fest"krallen" (Anubias, Javafarn…). Eine Holzwurzel, mit mehreren "Anubias bartheri var. nana" begrünt, ist eine ware Augenweide!

Wenn den schon ein Beweis des schlechten Geschmacks im Becken stehen soll, dann bitte solche farbigen Hartplastiksachen wie Donald Duck, U-Boot, fliegende Hexe (eben die edleren Kunstoffe) oder ungefärbte Keramik (meine Lieblingsfirma bietet da z.B. die Titanic oder die Schiffe von Columbus oder ein kleines Felsmassiv, in das man auch Pflanzen einsetzen kann). Generell ist Keramik oder Ton das bessere Dekomaterial (ungefärbt!).

Plastikpflanzen sind besser als ihr Ruf! Ich habe schon so manchen selbsternannten Aqua-Profi mit Plastikgrün täuschen können. Nachteil ist natürlich, daß das Kunstgrün kein Sauerstoff liefert und keine Nähr- und Schadstoffe abbaut. Es gibt natürlich Becken, in denen echte Pflanzen eh keine Chance haben…

Sauerstoffzufuhr:

Wer meint, er täte seinem Becken was Gutes, in dem er permanent Sauerstoff zuführt, muß, genau wie derjenige, der es hübsch findet wen es so schön lustig blubbert, wohl wieder zum Aquarioten degradiert werden. Zusätzlich zur Sauerstoffversorgung durch die Pflanzen eingebrachter Sauerstoff bindet sich mit dem CO2 (also der Grundnahrung der Pflanzen) und treibt ihn aus dem Becken. Die Folge ist, da die Pflanzen keine Nahrung mehr haben und anfangen zu kümmern. Der Aquariot fängt dann an zu düngen - schon sind wir wieder bei der Algenplage angelangt und die Pflanzen wachsen immer noch nicht! Wer kommt den schon auf den Gedanken einen CO2 -Test zu machen?

Wie bei allen Pflanzen so hört auch bei den Wasserpflanzen nachts die Sauerstoffproduktion auf und sie fangen an Sauerstoff zu verbrauchen (aus diesem Grund stellt man übrigens keine Pflanzen ins Schlafzimmer!). Nachts macht also eine Sauerstoffzufuhr im Becken (und in so manchem Schlafzimmer sicher auch) Sinn.

Eins ist klar: Wer meint sein Becken sei mit 3 -4 Pflanzen auseichend versorgt, der irrt! Zwei Drittel des Bodens sollten begrünt sein. Die alte Faustregel "Viel Pflanzen = wenig Algen" macht absolut Sinn.

Pflanzen:

Erlaubt ist was gefällt - Finger weg von allem was sich nicht hält (oder was zu groß wird)!

Kleine Pflanzen nach vorne, große Pflanzen nach hinten - ist wohl klar. Töpfe, Schaumstoff und Bleiringe sollten nicht im Becken bleiben. Jede Pflanze (also auch jeden Stengel) für sich einpflanzen. Große Pflanzen nehmen kleineren u.U. Licht weg! Was beim Einsetzen der Pflanze an Blättern im Kies landen würde, sollte vorher entfernt werden - gammelt sonst!

Volker Riekenberg

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