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Tipps zur Fischfütterung

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Folgende Ratschläge gebe ich für gewöhnlich meinen Kunden mit auf dem Weg:

Füttern Sie bitte nur einmal pro Tag und zwar abends!

Füttern Sie bitte so, daß keine sichtbaren Futterreste auf dem Boden liegen bleiben!

Füttern Sie bitte pro Fütterung nur eine Futtersorte!

Füttern Sie bitte ein- bis zweimal pro Woche gar nicht!

Füttern Sie bitte Frostfutter (z.B. rote Mückenlarven) nur aufgetaut und gespült!
Verwenden Sie bitte Wochenend- oder Ferienfischfutter möglichst sparsam! -- besser gar nicht!

Verwenden Sie bitte einen Futterautomaten (oder Ferienfischfutter) nur (--besser gar nicht), wenn Sie länger als eine Woche fort sind und Sie sonst niemanden mit der Fütterung beauftragen können!

Stellen Sie bitte sicher, daß pro Tag nur eine Person Ihres Haushaltes füttert!

Entfernen Sie Futterreste bitte möglichst noch am selben Tag!

…und bitte:

Informieren Sie sich über den Futterbedarf Ihrer Fische.

Bei der Pflege von Jungfischen kommt es fast zwingend zur Nährstoffüberbelastung.

Mit Futter kann der denkbar größte Schaden im Becken angerichtet werden.
Die hier gegebenen Fütterungstips stehen scheinbar im Widerspruch zu den o.g. Ratschlägen, bitte beachten Sie daß

- der durchschnittliche Bedarf an Flockenfutter eines Fisches pro Tag 0,038 g beträgt, d.h. Sie könnten mit einer 250 g Dose Flockenfutter pro Tag 6579 Fische füttern. Umgerechnet aufs Jahr bedeutet dies einen Durchschnittsbedarf von 13,88 g. Die 250 g Dose würde dann immer noch für 18 Fische reichen!
- der Bedarf von Fischen in der Größe des Neon beträgt 0,014 g, d.h. Sie könnten mit einer 250 g Dose Flockenfutter pro Tag 17857 Neons füttern, pro Jahr reicht die 250 g Dose dann immer noch für 49 Neons!
- ausgehend von einem 60 cm Becken, welches mit ca. 30 Fischen verschiedener Größe besetzt ist, der durchschnittliche Tagesbedarf 1,14 g beträgt!

Wenn Sie diese Rechenbeispiele im Hinterkopf behalten, dann können Sie gerne auch nach folgenden Angaben füttern:

Im Gesellschaftsbecken sollte 2-4 Mal pro Tag gefüttert werden. Eine halbe Stunde vor dem Lichtausschalten wird nicht mehr mit Flockenfutter gefüttert. Nachtaktive Fische (z.B. Welse) erhalten ihre Futterration jedoch erst zum Zeitpunkt des Lichtausschaltens: Pro 5 cm "Welslänge" eine halbe Futtertablette. Jungfische (bitte beachten Sie, daß viele Fische weitaus größer werden wollen als man gemeinhin denkt und deshalb als Jungfisch betrachtet werden müssen (Haibarbe, Prachtschmerle, Wabenschilderwels, Piranha…)) werden 4-6 Mal pro Tag gefüttert!

Welche Futtersorten gibt es?

-Flockenfutter, Standardfutter für alle Gesellschaftsbecken.
-Futtertabletten sind im Prinzip nichts anderes als Flockenfutter.
-Lebendfutter, enthält viele wichtige Nährstoffe (besonders für Fleischfresser), die über Flocken nicht gegeben werden können. Der unbestreitbare Nachteil ist die Gefahr sich Krankheitserreger und Parasiten ins Becken einzuschleppen.
-Frostfutter, die gefahrlose Alternative zum Lebendfutter, enthält nahezu ebenso viele Nährstoffe, für die Pflege von z.B. Barschen fast unverzichtbar!
-gefriergetrocknetes Futter ( = FD-Futter), ähnlich nahrhaft wie Frostfutter, leichter lagerbar, länger haltbar!

Wer kriegt welches Futter? Hier einen grober Überblick, genauere Informationen lesen Sie bitte in den Aquarienatlanten nach!

Lebendgebärende Zahnkarpfen (Guppy, Molly, Platy, Schwertträger, Segelkärpfling) sind in der Regel mit Flockenfutter gut bedient. Zuviel Frostfutter vertragen sie nicht. Besonders die Molly's und die Schwertträger haben sich auch als gute Algenputzer an den Pflanzen erwiesen! Gibt es nicht viele Algen, so sollte man gelegentlich Flockenfutter mit höherem Pflanzenanteil (TetraPhyll) verabreichen.

Buntbarsche, Zwergbuntbarsche, größere Barben, Raubwelse, Raubsalmler: Hier ist die Verabreichung von Frostfutter oder FD-Futter unverzichtbar. Vernachlässigt man dies, so ist Mangelernährung die Folge. Verkrümmungen und andere Deformierungen des Skelettes sind zu beobachten. Diese Tiere werden meist nicht sehr alt. Bei vielen südamerikanischen Buntbarschen sollte jedoch die pflanzliche Komponente nicht zu kurz kommen. Einige Barbenarten vergreifen sich gelegentlich an den Flossen ihrer Mitbewohner…

Saugwelse sind im Normalfall Vegetarier und meist auf Algen spezialisiert. Einige Arten ernähren sich fast ausschließlich von Algen. Wird ihnen "Fleisch" angeboten, so werden sie auch dieses fressen. Der Verdauungstrakt dieser Tiere hat jedoch so seine Probleme mit tierischer Kost. Mögliche Nebenwirkung: Tod. Futtertabletten mit erhöhtem Pflanzenanteil (Tetra PlecoMin) sind eine sinnvolle Bereicherung des Speiseplans. Auch Gurkenscheiben, Erbsen und Salat (wenn er gut gewässert wurde) können gegeben werden. Fehlt es an vegetarischer Kost, so müssen bei einigen Arten die Aquarienpflanzen herhalten, andere Arten bevorzugen die Pflanzen ohnehin!

Bärblinge und kleinere Barben, Salmler im allgemeinen können in der Regel mit Flocken gefüttert werden. Eine gelegentliche Anreicherung des Speiseplans mit Frostfutter sollte jedoch stattfinden.

Labyrinthfische (Fadenfische, Zwergfadenfische, Makropoden, Guramis, Kampffische) sollten Flocken und Frostfutter gleichermaßen erhalten.

Knochenfische (Messerfisch, Stachelaal, Ährenfische, Regenbogenfische, Kugelfische, Elefanten-Rüsselfisch…) eigentlich Lebendfutter, meist wird aber auch Frostfutter genommen.

Da die Meinungen übers Füttern sehr weit auseinandergehen, bin ich schon auf die Reaktionen auf diesen Artikel gespannt. Bitte dran denken: Es handelt sich hier um MEINE Tipps und um MEINE Erfahrungswerte…

Volker Riekenberg

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